Eisschnellläuferin Claudia Pechstein
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein

Claudia Pechstein
im Interview

Ein Gespräch mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein   über ihre Reha   und die tolle Erfahrungen bei Medical Park.  Während ihres Reha-Aufenthaltes im Medical Park Chiemsee lässt sie uns teilhaben an ihrem Trainingstag. Sie erklärt uns warum auch die kleinsten Muskeln nicht vergessen werden dürfen. 

Reha Pause
mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein

Wir treffen:

Claudia Pechstein, Eisschnellläuferin der Eisbären Juniors Berlin

Wann und Wo?

Medical Park Chiemsee, Bernau-Felden im Mai 2019

Ihr bisher größter Erfolg:

Claudia Pechstein ist die erfolgreichste Olympionikin im Wintersport. Fünf mal holte sie olympisches Gold. Zudem ist sie mit ihren 47 Jahren die älteste Medaillengewinnerin bei Einzelstreckenmeisterschaften.

Nach akuten Rückenproblemen Ende letzten Jahres bereitet sich Claudia in der Sportreha im Medical Park Chiemsee schon wieder auf die kommende Saison vor.

Vor allem viele neue Trainings-Impulse und Übungen lernt sie am Chiemsee, welcher ihr nicht ganz unbekannt ist.

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Ein guter Trainingstag beginnt mit...

Wenn ich aufstehe und die Sonne strahlt (lachen). Ich bin sehr wetterfühlig, aber wenn die Sonne strahlt, geht es mir einfach besser.  Ich glaube, dass es jedem Menschen so geht. Bei Sonne da hat man viel mehr Lust alles anzupacken und dann beginnt der Trainingstag meistens auch sehr gut.

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Gibt es bei dir auch mal eine sportfreie Zeit und wie nutzt du diese?

Ja, nach der Saison - Ende März, Anfang April - ist die Zeit wo man alle Viere von sich hängen lassen und mal nichts tun kann. Aber ich bin jemand, der nicht stillsitzen kann, deswegen versuche ich, mich immer zu bewegen. Sei es mit meinen Nichten und Neffen etwas zu unternehmen oder mal eine Runde schwimmen zu gehen. Oder mit dem Fahrrad locker durch den Wald fahren.

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Du bist schon so lange dabei – gibt es ein Fan-Erlebnis, an das du dich heute noch erinnerst?

Erstmal muss ich sagen, dass ich nur positive Erfahrungen mit Fans habe. Immer wenn ich angesprochen werde, bekomme ich nur positive Meinungen oder Stimmen. Das bringt mir Motivation pur und genau das ist eigentlich das Erlebnis an sich. Ein spezielles habe ich jetzt eher nicht.

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Wo ist dein liebster Wettkampf-Ort?

Meine schnellen Bahnen - Salt Lake City und Calgary. Da wo ich meine größten Erfolge gefeiert habe, das sind auch meine Lieblings-Orte.  Und Inzell - dort macht es sehr viel Spaß zu trainieren und die Wettkämpfe zu laufen.

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Welches Lied darf auf deiner Trainings-Playlist nicht fehlen?

(Überlegt lange) Das ist schwierig. Ich bin auf eine bestimmte Richtung fixiert, sondern höre beim Training eine bunte Mischung -von Abba bis Guns n´ Roses. Aber „Thunder“ finde ich ein tolles Lied zum Wettkampf.

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Heiß oder kalt? Was ist gut für dir und deinem Körper?

Ich mag es lieber warm, obwohl ich Wintersportler bin (lacht). Es ist dann so, dass ich mich auf dem Eis beeile, um mich danach schnell wieder anzuziehen.

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Bist du ein Gefühls- oder ein Kopfmensch?

(klar und sicher) Gefühlsmensch!

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Über welches Kompliment in deinem Leben hast du dich am meisten gefreut?

(langes Nachdenken) Das ist auch gar nicht so auf einen Punkt zu bringen. Eigentlich erinnern mich viele Leute, was ich schon alles erreicht habe und das ist für mich immer ein Kompliment. Mir selber ist das gar nicht so bewusst und ich muss daran erinnert werden – damit zollen sie (die Leute) mir sehr viel Respekt und das ist ein Kompliment.

Und das ich nicht so alt aussehe, wie ich wirklich bin (lacht).

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Gibt es noch andere Sportarten, auch unabhängig vom Wintersport, welche du verfolgst?

Ich bin eine totale Sportskanone, auch vorm Fernseher. Ich schaue eigentlich alles was so kommt. Wintersport sowieso alles. Wenn wir mal ein freies Wochenende haben, dann finde ich schön, dass der Wintersport-Tag immer sehr lang im Fernsehen ist. Ansonsten alles Querbeet – auch Fußball. Das ist jetzt mit unseren normalen Sportarten nicht so zu vergleichen.

Und bei Olympia schaue ich sogar Curling, weil das dort immer so ein Hype ist.

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Was hat dir hier bei Medical Park gefallen?

Das ging schon schön beim Empfang los. Das war so wie Urlaub. Von der Stimmung her einfach toll. Die Brigitte hat mich begrüßt, als wenn wir uns schon ewig kennen würden. Ich habe ein super Zimmer und einen traumhaften Ausblick. Was ganz wichtig ist – es gibt ganz viele nette Therapeuten. (Korrigiert sich) Nicht nur viele, sondern alle Therapeuten sind nett.

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Unser Motto ist: „Gesundwerden und Wohlfühlen in traumhafter Lage“. Was hast du von der Umgebung schon sehen können? Hast du überhaupt Zeit?

Ja, ich habe auch mein Fahrrad dabei. Ich soll nebenbei trotzdem trainieren, um zu wissen, wie sich das mit dem Rücken anfühlt. Daher habe ich mein Rennrad mitgenommen.

Natürlich habe ich die Gegend auch schon ein bisschen vorher gekannt. Weil ich habe von 1993 an meine Ausbildung in der Bundespolizeisportschule in Endorf gemacht, das ist ja nicht ganz so weit weg. Inzell liegt auch nah dran, deswegen ist der Chiemgau mir schon bekannt und einfach ein total tolles Fleckchen Erde. Man kann hier schon von Urlaubsfeeling sprechen, vor allem wenn die Sonne scheint.

In so einer tollen Umgebung fühlt man sich einfach besser. Das fördert noch einmal den Heilungsprozess, das geht auch allen anderen Patienten so – denke ich.

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Wie ist das Miteinander mit den anderen Patienten? Unterstützt ihr euch gegenseitig?

Ja. Ich habe den ersten Abend am Tisch alleine gesessen, den nächsten Tag kam dann noch ein Patient dazu. Mir wurde gesagt, „Ich habe Ihnen mal einen jüngeren Herrn an die Seite gesetzt.“. Da war ich echt gespannt, wer kommt. Er ist so wie ich aus Berlin und Polizist – das war ganz lustig. Wir haben uns gleich verstanden. Das ist einfach total super, auch mit den anderen. Klar wie im normalen Leben auch, mit dem einen spricht man mehr, mit dem anderen weniger. Das ist aber eine gute Stimmung.

Als ich ankam war mein erster Eindruck: „Oh, die sind jetzt aber alle wirklich verletzt und krank.“ Und ich bin jetzt eigentlich gar nicht so krank. Aber letztendlich will ich ja auch nicht, dass ich irgendwann mal länger Patient bin und deswegen will ich den Schmerzen, die ich habe, so präventiv entgegenwirken.

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Nimmst du neue Trainings-Impulse vom Medical Park mit nachhause?

Ja, schon. Ich habe unzählige Trainingsjahre auf dem Buckel, von daher weiß ich natürlich, was ich für meine Sportart trainieren muss. Aber die ganz kleinen Muskeln, die vergisst man schnell. Hier wird speziell an den Problemstellen an meinem Rücken gearbeitet, um die kleinen Muskeln noch mehr zu aktivieren, die eine ganz wichtige Rolle spielen. Diese Übungen nehme ich auf jeden Fall mit, die kann ich super in mein Training einbauen. Zum Beispiel, wenn ich zum Rolltraining nach Inzell oder auf dem Fahrrad fahre. Da mache ich nun so ein paar Übungen, wo ich sage: „Ah da musst du jetzt mal wieder gegenspannen und dort mal wieder was checken.“

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Danke, Claudia, für das interessante Gespräch! Wir wünschen Dir alles Gute für die nächste Saison!

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