Durch Therapien den Verlauf von Parkinson verbessern

Therapien können
den Verlauf von Parkinson verbessern

Neben Medikamenten spielen nicht-medikamentöse Ansätze bei der Therapie von Morbus Parkinson eine wichtige Rolle. Dazu zählt das frühzeitige Lernen mit der Situation umzugehen, eine Anpassung der Ernährung sowie Sing- und Tanztherapien. Sie können helfen, stockenden Bewegungsabläufen entgegenzuwirken und die Gang- und Standsicherheit zu verbessern.

Parkinson
und wie das Leben weitergeht

DURCH THERAPIEN DEN ALLTAG ERLEICHTERN

Nach der Alzheimer-Demenz ist der Morbus Parkinson die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung des Gehirns. Meist beginnt er zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr und schreitet zunächst nur langsam voran. Aus diesem Grund wird die Erkrankung oft erst verzögert diagnostiziert. Nur bei 10 Prozent der Patienten zeigen sich Parkinson-Symptome bereits vor dem 40. Lebensjahr.

Insgesamt sind zwischen 300.000 und 400.000 Menschen Deutschland von der Parkinson’schen Krankheit betroffen. Ein optimal behandelter Patient hat dabei heute fast die gleiche Lebenserwartung wie eine gleichaltrige gesunde Person. Unterschiedliche Therapien können den Alltag Betroffener erleichtern und die Lebensqualität aufrechterhalten.

Parkinson-Symptome rechtzeitig erkennen

Parkinson verbinden die meisten Menschen mit der Verlangsamung des Gangbildes und Zittern in den Händen. Doch bereits Jahre vor diesen bekannten motorischen Symptomen können oft eine Reihe anderer Beschwerden auftreten: Zu diesen zählen beispielsweise Schlafstörungen, Darmbeschwerden in Form von Verstopfung und eine deutliche Einschränkung des Riechvermögens.

Diese Beschwerden müssen nicht zwangsläufig Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung sein. Wenn sie aber kombiniert auftreten und keine andere, direkt organbezogene Ursache für sie gefunden werden kann, ist eine neurologische Untersuchung sinnvoll. Ziel ist es, möglichst rasch motorische Frühzeichen zu erkennen, eine richtige Diagnose zu erstellen und unmittelbar eine adäquate Therapie zu starten.

Hilfreiche Behandlungen
bei Parkinson

Mit der Krankheit besser leben lernen

Eine Heilung der Parkinson-Krankheit ist zwar nicht möglich, aber durch Therapien kann eine Verbesserung der Symptome erreicht werden. Schon in der Frühphase ist eine Kombination aus medikamentöser und nicht-medikamentöser Behandlung sinnvoll. Die Medikamente sollen im Wesentlichen den beim Parkinson bestehenden Mangel am Botenstoff Dopamin im Gehirn ausgleichen. Parallel ist es wichtig, dass der Patient früh lernt, eigenverantwortlich mit der chronischen, neurologischen Erkrankung umzugehen. Im Fokus steht dabei die Aufklärung über das Zustandekommen und den Verlauf der Erkrankung. Darüber hinaus werden dem Patienten vielseitige Behandlungsansätze aufgezeigt, damit sich der Betroffene nicht mit der Krankheit allein gelassen fühlt.

Ab dem Zeitpunkt der Diagnose kann eine Anpassung der Ernährung durch Ergänzung von Ballaststoffen und die Optimierung der Flüssigkeitsaufnahme die Verdauungsbeschwerden lindern. Neuartige Ansätze des Riechtrainings mit ausgewählten Duftsubstanzen können der Beeinträchtigung der Riechfähigkeit entgegenwirken.

Parksinson Riechstörung

Sing- und Tanztherapie
bei Parkinson

Neues Therapieverfahren bei Medical Park

Ein wichtiger Teil der Parkinson-Therapien besteht darin, die stockenden Bewegungsabläufe beim Gehen sowie den Armschwung rhythmisch zu harmonisieren. Regelmäßiges Tanzen und Singen kann dabei unterstützen. Die positive Folge: eine Verbesserung der Gang- und Standsicherheit und eine damit einhergehende Sturzprophylaxe. Sympathischer Nebeneffekt: die Stimmungsverbesserung beim Patienten.

„Für einen Parkinson-Patienten ist es enorm wichtig seinen eigenen Rhythmus frühzeitig zu finden, um auch in Krisensituationen Bewegungen sicher auszuführen“, erläutert Professor Dr. Peter Rieckmann, Chefarzt der Klinik für Neurologie bei Medical Park Loipl. Am besten gelingt dies mit Gangübungen zu Musik mit unterschiedlichem Rhythmus. Dabei funktioniert diese Methode bei einigen Patienten besser zu Walzermusik (3/4-Takt). Andere wiederum können Bewegungen, Schritt- und Gangwechsel leichter zu Marschmusik (4/4-Takt) trainieren.

„Wenn ein Patient seinen eigenen Rhythmus verinnerlicht hat, kann er ihn auch beim sogenannten Freezing (plötzliches Einfrieren der Bewegung) als internen Rhythmusgeber einsetzen. So können diese sturzgefährdenden Bewegungskrisen überwunden werden“, erklärt Professor Rieckmann.

Es ist nicht nur die Freude am gemeinsamen Singen. Jeder Patient entwickelt so eine eigene Strategie, um Bewegungskrisen effektiv zu begegnen.

Professor Dr. Peter Rieckmann, Chefarzt der Klinik für Neurologie, Medical Park Loipl

Singtherapie bei Parkinson

Dieser Artikel entstand mit beratender Unterstützung von Prof. Dr. med. Peter Rieckmann, Chefarzt Neurologie im Medical Park Loipl, Bischofwiesen.

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